Oktober 2008


Auch ohne Stativ und mit halb abgefrorenen Fingern, wollte ich zumindest einmal versuchen die hiesigen Nordlichter einzufangen. Das beeindruckendste Licht, das sich wabbernd über den ganzen Himmel erstreckte, habe ich leider verpasst zu photografieren, aber vielleicht kommt die Stimmung immerhin ein bisschen rüber…

Nach knapp 10 Wochen hier, unglaublichen Erfahrungen, dem ersten Schnee (der Lust auf mehr macht, Lust auf Telemark macht) steht es nun auch offiziell fest: Ich bleibe ein weiteres Semester auf Svalbard, auf der Hauptinsel Spitzbergen, in Longyearbyen, „Stadtteil“ Nybyen, Baracke 13, Zimmer 114….

Zur Erklärung vielleicht noch einmal die folgenden Bilder. Auf zweien bin ich übrigens (sehr klein) zu sehen!

Gestern war es wieder soweit. Direkt nach der Vorlesung ging es um ca. 16 Uhr zum Skifahren aufs Lars Hjertafjellet, einem Berg direkt über dem Larsbreen. Während des ca. 2,5 stündigen Aufstiegs wurde die Schneedecke immer dicker, sodass wir schließlich die Felle unter die Ski schnallten. Die Sicht auf das belecuhtete Longyearbyen in der untergehenden Sonne, die in Blau- und Weißtöne getauchte Landschaft war einfach atemberaubend. Ein Winterwonderland bei -10°C.

Die Abfahrt durch den halben Meter Pulverschnee endete für mich zwar in einigen Stürzen, aber ich habe das Gefühl, die schmalen Telemarkskier langsam besser unter Kontrolle zu bringen – und wenn ich Rita und Ingrid ihre Telemarkschwünge ziehen sehe, dann weiss ich, dass ich diese Technik definitiv auch lernen möchte.

Das beste übrigens zum Schluß: Unsere Gespräche auf der Tour wurden ausschließlich auf Norwegisch geführt!!! Es wird langsam… langsam aber sicher…

Als ich vor einer Stunde verwundert den sternenklaren Himmel aus meinem Fenster begutachtet habe, fiel mir ein komisches leicht schimmerndes Licht über dem Berggrat auf. Mit Brille und ausgestattet und ein paar hundert Meter von der Lichtverschmutzung entfernt, war es dann klar: Das sind Polarlichter!!! Langsam bewegen sie sich über den Bergspitzen, flackern auf, verschwinden und tauchen wieder auf – grün schimmernd über dem weißen Schnee. Im Prinzip sah das Ganze dem Header dieser Internetseite ziemlich ähnlich. Dass ich Nordlichter so schnell sehen würde, hatte ich mir nicht erträumt…

Eine Kehrseite hat diese Medaille aber auch. Ich habe mich überreden lassen morgen um 6:30h in der Früh auf den Gletscher zu gehen um Skifahren zu gehen. Das heisst im Klartext, dass wir ca. 2h mit den Ski auf dem Rücken wandern werden, um 5-10min Ski zu fahren. Und das nach ca. 5h Schlaf. Und da ich mir hier Telemark-Ski ausleihen muss, wird es für mich wahrscheinlich auch mehr ein Rutschen und Fallen als ein Fahren und Gleiten.

Dank der frühen Uhrzeit kann ich es dann aber noch pünktlich um 9:15h zur Vorlesung schaffen. Toll oder?! ;-) Um 17:00h ist dann unsere erste Norwegisch-Stunde und um 19:00h gehts es wieder Klettern. Und dann falle ich wahrscheinlich direkt ins Bett….