Nachdem ich mich bereits Mittwoch Abend auf den Weg gemacht habe, bin ich heute Nacht um 3 Uhr endlich im hellen Longyearbyen gelandet. Es ging ueber die Stationen Berlin und Oslo in den hohen Norden und auch der Olympiastadt von 1994, Lillehammer, habe ich einen kleinen Besuch abgestattet.

Aber der Reihe nach: Zuerst ging es, wie erwähnt, nach Berlin wo ich Igor einen Besuch abstattete, und auch bei ihm übernachtete. Danke nochmal für die unkomplizierte und nette Unterkunft!!! Natürlich ging es abends auch noch ein wenig auf die Piste, namentlich in das wohl berlinweit berühmt berüchtigte Q-Dorf. Ich sag mal „Naja“ ;-) . Da meine morgendliche Bahn zum Flughafen selbst bei knapper Kalkulation spätestens um 7:26 Uhr fuhr (9:10 Uhr ging mein Flieger), musste ich auch recht früh wieder aus den Federn. Daher ist mein Schock als ich um 7:20 Uhr auf meinen Wecker schaute, eventuell nachzuvollziehen. Also hieß es: Anziehen, Reste zusammenpacken, Rucksack aufschnallen und mich und meine 50kg Gepäck irgendwie zur S-Bahn schaffen. Bis auf das lösen des Tickets hat das alles sogar zeitlich irgendwie noch hingehauen, auch wenn es mich die Treppe zur S-Bahn hoch in der Eile fast rückwärts wieder runtergeworfen hätte, aber so musste ich zusätzlich zu meiner Müdigkeit auch noch 35min der Angst vor dem Kontrolliertwerden klarkommen. Dementsprechend fertig kam ich am Flughafen an und vom Flug nach Oslo habe ich schlafenderweise nullkommanix mitbekommen.

Von dort aus machte ich mich dann in das kleine, gemütliche Lillehammer auf um mir den Olympiapark von 1994 anzuschauen. Glücklicherweise trainierte dort auch einige Skispringer, so dass ich die Gelegenheit bekam ein wenig mit meiner neuen Kamera herum zu spielen. Aber ich entdeckte weder Björn Einar Romören noch Anders Jacobsen, es war die deutsche Nationalmannschaft, die hier ihr Training abhielt. So konnte ich aber wenigstens noch viel Erfolg für den nächsten Winter wünschen.

Wieder in Oslo-Gardermoen angekommen, war es bereits komplett hell geworden. Sobald der Flieger aber die Wolkendecke nach dem Start durchquert hatte, zeichnete sich im Nordwesten das Licht der Mitternachtssone ab – ein Licht, das immer heller wurde bis es schließlich taghell wurde. Die Vorfreude stieg mit jeder Minute und ich hoffte bereits auf eine tolle Sicht aus dem Flugzeug auf mein Zuhause für die nächsten Monate. Leider war es aber so diesig, dass ich absolut nichts erkennen konnte. Und pünktlich nach der Landung begüßte mich ein kalter Wind, 3°C und einzelne Schneeregenflocken. Ok. Ich bin also in der Arktis angekommen…

Gleich zu Beginn kann ich die Kargheit der Landschaft ermessen. Bei diesem Wetter schimmert alles Grau in Grau, der Ort Longyearbyen wirkt trostlos und leer und die Baracken für die Studenten stehen in einer einzigen Geröllhalde. Aber als Vorgriff auf den nächsten Beitrag möchte ich Euch schon einmal sagen, dass dieser Eindruck nicht der einzige bleiben wird. Heute hat sich Longyearbyen schon in einem ganz anderen Licht gezeigt und ich beginne mich an die Arktis zu gewöhnen und sie zu mögen…