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Da ich zu faul zum Schreiben bin, gibt es diesmal nur Bilder von unserer letzten kleinen “Tagestour”. Los ging es spontan 2 Uhr morgens, 7 Uhr morgens haben wir uns schlafen gelegt, um dann um 12 Uhr aufzustehen, 14 Uhr zu starten und um 19 Uhr wieder am Seilingklub anzukommen. So sieht Tagesplanung in der Polarnacht aus ;-)

Nachdem ich hier mit meinen Examen fertig geworden bin, gilt es die letzten zwei Wochen auf Spitzbergen zu genießen. Am besten geht das bei strahlendem Sonnenschein beim Telemarken auf dem Larsbreen. Ich war also in den letzten Tagen immer mindestens einmal täglich auf meinem Hausberg. Das Gefühl auf den Telemark-Brettern wird dabei auch immer besser, sodass ich stets ein zweistündiges fettes Grinsen nach dem Skifahren mit mir herumtrage. Es ist einfach herrlich sich um Mitternacht bei strahlendem Sonnenschein einen kleinen Sonnenbrand zu holen.

Demnächst geht es dann noch auf einige kleine Kajaktrips und ansonsten werde ich die Zeit hier einfach noch ein wenig genießen. Mit Freunden zusammensitzen, auf Abschiedsfeste gehen, Abschiedsumarmungen verteilen und immer häufiger aus meinem Fenster schauen…

Es war eine tolle Zeit hier oben und es ist der richtige Moment um heimzukehren – so habe ich sowohl ein lachendes als auch ein weinendes Auge. Im Moment überwiegt zwar die Melancholie, diesen Platz und vor allem die Menschen, die mir wichtig geworden sind, zu verlassen, aber irgendwie weiß ich auch, dass es wieder Zeit für etwas anderes, für den nächsten Schritt ist.

In diesem Sinne sage ich “Bis bald”. Am 16. Juni geht es erstmal zurück nach Hildesheim. Auch wenn ich noch überhaupt nicht weiß, wie lange ich diesmal bleibe, freue ich mich auf die “Heimat”. Aber Norwegen wird mich noch häufiger wiedersehen und auch Spitzbergen wird mich sicherlich noch das eine oder andere Mal “begrüßen”…

Meine zweite Exkursion führte mich seit August das erste mal wieder aufs sogenannte Festlandnorwegen – dass sowohl Tromø als auch Andenes jeweils auf einer Insel liegen, soll dabei keine Rolle spielen.

Ziel war die Andøya Rocket Range in der Nähe des für seine Pottwalsafaris bekannten Andenes. Das knapp zweitägige Rumlaufen, Vorträge anhören und Sightseeing auf der Raketenbasis schien mir persönlich zwar nicht unbedingt besonders effektiv, trotzdem habe ich die Veranstaltung aber genossen. Bäume, Menschen, Einkaufsstraßen, Strände und nicht schneebedeckte Berge haben nach nun 9 Monaten Abstinenz durchaus etwas für sich.

Auf dem Helikopterdeck

Dass ich ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht war, für meinen 6tägigen Cruise auf einem Eisbrecher “nur” in den nahegelegenen Van Mijenfjord fahren zu dürfen, sagt eigentlich schon viel über die Verhältnisse hier oben aus – einfach surreal! Hätte ich mir doch schließlich nie träumen lassen mal auf einem Eisbrecher soweit wie möglich ins Eis vorzustoßen um sich dann einfrieren zu lassen und wissenschaftliche Messungen vorzunehmen. Dabei hatten wir selbstverständlich immer Blick auf eine nahegelegene Gletscherfront und  stets zwei “Polarbearwatches” – ausgerüstet mit Fernglas, Signalpistole und Gewehr.

Wir haben also verschiedene Wetterstationen aufgebaut, Radiation-Daten aufgenommen, Wetterballons gestartet, Eiskerne genommen, die Eisdickenverteilung kartiert und und und….

Ich bin also schon ein halber Meteorologe ;-)

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By the way: Der Artikel ist durchaus lustig ;-)

http://de.wikipedia.org/wiki/Newtontoppen

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Als am Montag morgen zwei Gruppen zusammen den ersten Abschnitt ihrer Scootertour in Richtung Norden angehen wollten, schien die Situation so sicher wie nur möglich: 7 Scooter, 7 Personen, Sicherheitsausrüstung, Essen für eine Woche und bestes Wetter. Was soll da schon schief gehen. Doch weder das Atomfjellet, Ziel der Ski- und Snowboardgang um Max herum, wurde erreicht, noch ging unsere Tour bis an den Wijdefjorden. Es ging so ziemlich alles schief, was schief gehen konnte und dennoch war die Situation meines Erachtens jederzeit unter Kontrolle. Wenn auf dem höchsten Berg der Inselgruppe (1717m) bei geschätzten -30°C und 150km entfernt von Longyearbyen plötzlich zwei Scooter nicht mehr anspringen, dann ist die Situtation aber durchaus ernst – auch wenn sie einer gewissen Ironie sicher nicht entbehrt. Dass dabei die 500-Kronen-Legende namens Phazer elektrisch anspringt und einen vollen Schlitten zusätzlich besetzt mit einem scooterlos gewordenen nach Hause zieht, entbehrt ebenfalls keineswegs sogar einer gewaltigen Portion Ironie. Dass wir zeitweise 7 Leute mit 3 Scootern (2 davon sind Einsitzer) transportieren mussten, zeigt zudem wie schmal der Grat bei Touren auf Svalbard sein kann. Mehr dazu könnt ihr auf Max Blog lesen, denn ich habe diese Geschichte nun oft genug erzählt. Die Bilder dort zeigen aber auch, wie wunderschön dieser Trip eigentlich war. Mein Scooter genießt die Aussicht jetzt wohl noch etwas länger…

Max Blog: http://max78n.blogspot.com/2009/04/curse-of-lomonosov.html

Die letzten Tage und Wochen ist das Leben hier oben richtig aktiv geworden. Das Licht kehrt zurück und auch die Sonne konnte ich nach 4 Monaten Abstinenz bereits wieder zweimal bewundern – und so geht es wie üblich häufiger auf Ski- und Scootertouren. Eine Besonderheit stellte aber unser Ausflug in den Scott Turnerbreen dar. Jeder Gletscher wird von Schmelzwasserkanälen durchzogen, die sich im Sommer in einen reissenden Fluß verwandeln, im Winter aber zum Eisklettern und -kriechen einladen. Der Schmelzwasserkanal im besagten Gletscher ist dabei mit seinen 20m hohen Gängen besonderns imposant. Die bis zu 10m hohen gefrorenen Wasserfälle auf dem Weg werden mit Eisäxten und Steigeisen bezwungen – eine interessante Erfahrung im, mit -2°C warmen Gletscher und zudem eine nette Anekdote, die ich den Touristen in der deutlich kleineren Eishöhle im Longearbreen erzählen kann ;-)

Anbei ein paar nette Bilder von den letzten Scooter- und Skitouren.

Bevor ich hier vielleicht noch einen längeren Bericht über meine zweitägige Hundeschlittentour an den Sassenfjorden und den anschließenden Scootertrip an die Ostküste verfasse, gibt es hier schon einmal ein paar Appetithäppchen. Nur soviel vorerst: Es waren wirklich zwei unvergessliche Trips. Der Hundeschlittentrip war ruhig fernab jeglichen Scooterlärms und die Nacht im Zelt wirkte so unglaublich fernab der Zivilisation. Der Scootertrip in die Agardhbukta bot vor allem eine unberührte Natur in unglaublichem Licht und war unsere erste größere planerische und fahrerische Herausforderung. Und jetzt zu den Bildern…

Was mache ich hier also so den lieben langen Tag – abgesehen vom Studieren und den üblichen Beschäftigungen, die ich hier immer wieder beschrieben habe? Gestern zum Beispiel klingelte gegen Abend das Telefon und Jago wollte mich auf einen spontanen Scootertrip zu einer russischen Hütte in einer verlassenen Siedlung im Colesdalen überreden. Da ja bekanntlich “Nein-Sagen” nicht zu meinen Stärken gehört, ging es dann auch gegen 22:00 Uhr los. Die Siedlung ist am inzwischen wieder eisfreien Isfjord gelegen und befindet sich mitten zwischen Barentsburg und Longyearbyen. Der “Lichtschein” beider “Städte” deutete uns also den Weg. Die Hütte selbst war überraschend einladend, ja gar hübsch und in ihr ein kleines Museum eingerichtet.

Einer anderen beliebten Aktivität gingen wir am letzten Wochenende nach. Bekannterweise ist das Liftsystem hier oben etwas dünn gesäht, sodass man, falls man mehr als nur eins, zweimal einen Hang hinunter Telemarken will, andere Wege einschlagen muss. Zu mindestens zwei Personen geht es mit einem Scooter hinauf auf den Berg, hinab fährt einer der beiden mit Skiern, hinauf gehts wieder mit dem Scooter und so weiter und so fort. So kommt man dann doch auf einige Abfahrten!!! Nächste Woche wird dann die nächste Variante ausprobiert: An einem Seil hängend, welches am Scooter montiert ist, wird ganz wie beim Wasserskifahren ein Schwung nach dem anderen gezogen…

Nach langer Zeit gibt es also doch wieder Neuigkeiten aus dem hohen Norden. Eigentlich dachte ich ja, dass ich in der dunklen Saison ein wenig mehr zum Pflegen meines Blogs kommen würde, aber irgendwie ist immer etwas zu tun – glücklicherweise. Gerade in den letzten Wochen ist hier vor allem mit all den neuen Studenten sprunghaft wieder Leben in den Baracken eingekehrt. Aber auch die Einsamkeit über Weihnachten und Silvester war eine wirklich schöne Erfahrung. Meine ersten beiden Bücher auf Norwegisch zu lesen und im Dunklen mit einem selbst reparierten Scooter durch die Gegend zu heizen, möchte ich nicht missen. Im Januar wurde es dann aber, wie bereits erwähnt, wieder “crowdy”. Und dabei als “alter” Student von den all den Neuen mit Fragen gelöchert zu werden, ist schon ein etwas seltsames Gefühl. Plötzlich ist man einer der “Erfahrenen” hier oben.

Richtig interessant war der einwöchige Safetykurs zu Beginn des Semesters. Die Inhalte reichten von erster Hilfe, über Lawinrettung und Gletscherbergung bis hin zu Grundlagen über das Seeeis. Dabei waren sowohl Theorie als auch praktische Übungen im Programm inbegriffen – bei Temperaturen von bis zu -32°C besonders für die neuen Studenten eine interessante Erfahrung.  Gekrönt wurde die Woche von einer vierstündigen Rettungs- und Bergungssimulation am Fuße unseres Hausgletschers Longyearbreen. Ob die anschließende Party an UNIS eigens für mich organisiert wurde, wage ich allerdings trotz des Datums (10.01.) zu bezweifeln. ;-)

Inzwischen ist mit dem Beginn der Vorlesungen eher wieder der “normale” Wochenrhythmus eingekehrt: Telemarken, Scooterfahren, Rugby, Kajakpolo, das erste “Blau” am Horizont bewundern und ganz viel Norwegisch reden!!!

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